Historie der Schule Goldenberg

Die Schule Goldenberg ist eine der ältesten Schulen Remscheids.

 

Im Juli 2004 feierte die Schulgemeinde das 150jährige Bestehen des ältesten Gebäudeteils. Die Schule selbst gibt es seit mindestens 1778, ist also mehr als 225 Jahre alt. Im Zuge dieser Feierlichkeit gab es eine Festschrift aus der Sie nun folgend einige Auszüge lesen können. Ich danke an dieser Stelle Herrn Jürgen Gottmann, der bis 2010 Schulleiter der Schule war, für seine großartige Erstellung dieser Festschrift und die Möglichkeit diese hier darzustellen.

 

Die Schule Goldenberg vor 1854

Die Schule Goldenberg erhielt 1854 einen Neubau - das heutige Schulbegäude, der älteste Teil. Die Schule Goldenberg ist aber noch wesentlich älter. Hilfreich ist hier der Aufsatz von Gerd Helbeck in der Zeitschrift "Romerike Berge"

 

"Über das Schulwesen und über den schlechten Unterricht der Jugend überhaupt führt der Maire laute Klagen"

Elementare Bildung im Kirchspiel Lüttringhausens zu Beginn des 19. Jahrhunderts. "Als die beiden dortigen Pfarrer Friedrich Wilhelm Elbers und Carl Theodor Böddinghaus 1806 von der Regierung des Großherzugtums Berg im Rahmen einer Bestandsaufnahme des bergischen Schulwesens einen Fragebogen erhielten, schrieben sie und die von ihnen zu einer ergänzenden Äußerung aufgeforderten Lehrer Berichte, die einen guten Einblick in den damaligen Stand des elementaren Schulwesens im Kirchspiel Lüttringhausen erlauben...

Der im Umfang acht Stunden große Pfarrdistrikt, dessen Gebiet heute im Bereich der Großstädte Remscheid und Wuppertal liegt, hatte 1806 vierzehn Elementarschulen: Erbschlö, Garschagen, Goldenberg, Grund, Hardtplätzchen, Heidt, Herbringhausen, Hohenhagen, Holthausen, Klausen, Konradswüste, Linde, Ley und Lüttringhausen...

Die dreizehn Schulen außerhalb des Dorfes waren private Heckschulen, die uns in den Quellen auch als Neben- , Kirchspiel- oder Hofschulen entgegentreten. Sie entstanden wahrscheinlich seit dem 17. Jahrhundert und gingen auf den Wunsch der vom Kirchdorf weiter entfernt wohnenden Eltern nach eigenen Lehrern zurück. Diese Eltern, die in den Quellen als 'Schulinteressenten' erschienen, verpflichteten sich zur Zahlung des Schulgeldes, beköstigten den Lehrer, gewährten einen jährlichen Umgang und übernahmen die Kosten für das Schulzimmer...

Schulhäuser gab es 1806, abgesehen von der Dorfschule, nur auf dem Goldenberg, im Grund, am Hardtplätzchen, auf dem Haidt, in Herbringhausen und an der Linde. ...

Der einzige Lehrer, dessen Schule über kirchliche Renten verfügte, die ein festes, wenn auch kümmerliches Gehalt sicher stellten, war Johann Heinrich Schwarz, der seit 1791 an der Schule im Dorf Lüttringhausen unterrichtete. Die übrigen Lehrer mussten sich mit dem Schulgeld und dem Erlös des Umgangs als festem Gehalt begnügen, der ihnen höchstens 35 (Lehrer Johannes Wiebel auf dem Goldenberg), mindestens 2 Reichstaler (Lehrer Johann Moll auf Hohenhagen) einbrachte. Die Geschenke wurden indessen freiwillig gegeben. Es versteht sich von selbst, dass bei solch dürftigen Verdienstmöglichkeiten gute Lehrer sich alsbald bessere Stellen suchten. Andere griffen zu einem Nebenerwerb, so dass sie sich dem Unterricht nicht mit ganzer Kraft widmen konnten. Im Jahr 1779 klagten die Scholarchen der Goldenberger Schule, dass der Schulmeister Johannes Schmidt seit vielen Jahren sich um die Schule nicht viel gekümmert habe und anderen Arbeiten nachgegangen sei, so sehr, dass 'er gegenwärtig nur 2 Kinder auf der Schule' habe. ...

Nach der Erhebung von 1806 ergriff die herzogliche Verwaltung Maßnahmen, mit denen sie den Mängeln des bergischen Schulwesens entgegenzutreten versuchte. Zur Verbesserung der Lehrerbildung richtete sie 1810 Lehrkurse ein. Im Zuge der Übernahme der schulaufsicht durch den Staat hatten sich die Lehrer aus dem Rheindepartment zu einer Prüfung in Düsseldorf einzufinden. ... Am 2. Juni 1812 legten dann die übrigen Lehrer aus Lüttringhausen in Düsseldorf die geforderte Prüfung ab. Nur einer von ihnen, Carl Richtmann (Schule auf dem Goldenberg) bestand die Prüfung mit dem Prädikat 'vorzüglich befähigt' und erhielt ein Anstellungspatent ohne Einschränkungen.

Mit der Selbstironie eines Mannes, der die Unzulänglichkeit seiner Ausbildung erkannt hat, beschreibt Johannes Wiebel (Goldenberg) seine Laufbahn: "Als ein 14jähriger Knabe wurde ich in Remscheid zum Schulamte gewidmet und dazu vorbereitet. Diese Vorbereitung bestand leider nur in mechanischer Uebung. Mit 18 einhalb Jahren übernahm ich als Stümper eine Lehrstelle. Mein beßtes Hülfsmittel war nun Lust und Lernbegierde. Ich fing also an, mich ins Reich der Erziehungs-Wissenschaften zu begeben. Mein forscher Geist fand darin einige unverdauliche Nahrung. Nach und nach wurde mein ungeübter Geist ans Denken gewöhnt, (...) . Seit 2 Jahren lese ich weniger Bücher, weil mein Finanz-Minister wegen erschöpfter Kasse deren Anschaffung mir noch einstweilig untersagt. ... Doch die Hoffnungen erfüllten sich nicht. Was die großherzogliche Regierung in Düsseldorf an Reformen plante, blieb weitgehend auf dem Papier." Soweit Gerd Helbeck.

 

Im Archiv der Stadt Remscheid befinden sich weiterhin Unterlagen zum Schulbau in Siepen: "Streit um Abgrenzung zwischen Siepener und Goldenberger Schulbezirke" zwischen 1816 und 1828.

 

 

 

 

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